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KI beschleunigt und intensiviert, entlastet aber nicht

Wie verändert KI unsere Arbeit?

Zwei Forscherinnen der Haas School of Business in Berkeley haben 8 Monate Beschäftigte in einem US-Technologieunternehmen beobachtet und interviewt. Die Wissenschaftlerinnen interessierte die Frage, wie ein breiter Zugang zu generativer KI den Arbeitsalltag veränderte. Die ethnografische Studie selbst befindet sich noch im Publikationsprozess, das Ergebnis ist jedoch bereits im Harvard Business Review erschienen 1. Und es widerspricht der beliebten Erzählung, dass uns KI Arbeit abnimmt, wertvolle Zeit spart und entlastet. Das Gegenteil war der Fall.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Die Mitarbeiter wurden bei ihren Aufgaben durch die Kooperation mit Chatbots schneller. Die gewonnene Zeit verwandelte sich jedoch nicht in echten Zeitwohlstand oder eine gefühlte Stressentlastung. Vielmehr machten die Beschäftigten plötzlich zusätzliche Dinge, denn die erweiterten Möglichkeiten senkten die „Schwelle“ für Aufgaben, denen sie sich vorher nie zugewandt hätten: Produktmanager begannen plötzlich, selbst Code zu schreiben, und Researcher übernahmen erstmals Engineering-Aufgaben. Teils holten die Beschäftigten sogar Aufgaben zurück, derer sie sich im Vorfeld aufgrund einer sorgfältigen Priorisierung bereits entledigt hatten. Durch die künstlich intelligente Schützenhilfe fühlten sich die neuen Tätigkeiten attraktiv und machbar an. Der Mehraufwand dehnte die Arbeitszeit der Beschäftigten aus, oft bis in die Abendstunden. Die Erholungsphasen wurden kürzer.

Schneller, dafür mehr

Die Aufgabenmehrung und Verdichtung erhöhte die kognitive Last: häufiges Umschalten der Aufmerksamkeit, das oft zusätzlich nötige Überprüfen der Outputs, und eine insgesamt wachsende Zahl paralleler Aufgaben, von denen zahlreiche offen blieben. Die Folge: Was am Anfang auf die Beschäftigten noch wie Aufbruch und Experimentierfreude wirkte (surge of momentum), und als „belohnend“ empfunden wurde, verdichtete sich über die Monate zu einem Zustand, den sie als nur noch „schwer aufrechtzuerhalten“ beschrieben (stretched too thin).

Jede Entwicklung hat ihr Gutes: Menschen entdecken mithilfe der KI neue Betätigungsfelder und betreten neue Räume des Möglichen. Nachdenklich macht dagegen, dass die Effizienzgewinne durch schnellere Ergebnisse nicht in Erholung zu fließen scheinen, sondern in mehr Output. Für die Arbeitswelt enthält die Feldstudie daher eine ernste Botschaft: Wer glaubt, KI werde von allein zu weniger Arbeit führen, unterschätzt den Menschen.

Neue Räume, die wir füllen

Es erinnert an eine Variante des Jevons-Paradox: Der englische Ökonom William Stanley Jevons stellte 1865 in seinem Buch The Coal Question fest, dass sparsamere Dampfmaschinen den Kohleverbrauch nicht senkten, sondern erhöhten, weil der Effizienzgewinn neue Anwendungsfelder eröffnete. Bei der KI verhält es sich anscheinend recht ähnlich: Sie schafft uns Freiräume, die wir zu neuen Arbeitsräumen machen.

 

Beitragsbild Blog Kopfsachen: KI macht verdichtet unser Arbeiten

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Es wäre mir eine große Ehre und Freude, wenn ich Sie künftig mitnehmen dürfte auf meine Reise durch die Welt von Geist und Gehirn.

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